Kellerfenster sind kleine, meist bodennahe Fenster, die Kellerräume belichten und lüften. Üblich sind Kipp-, Klapp-, Dreh-Kipp-, Schiebe- und Festverglasungen, oft mit Lichtschacht davor. Entscheidend sind Raumnutzung, Dämmwert, Feuchteschutz und Einbruchschutz. Dient das Fenster als Rettungsweg, gelten zusätzlich die Mindestmaße der jeweiligen Landesbauordnung, die Sie vor Planung und Austausch prüfen sollten.
Welche Arten von Kellerfenstern gibt es?
Kellerfenster unterscheiden sich vor allem durch die Öffnungsart und das Rahmenmaterial. Einen Gesamtüberblick über alle Bauformen finden Sie im Ratgeber Fensterarten im Überblick: Bauformen, Einsatzbereiche und passende Lösungen für Ihr Zuhause. Für den Keller sind folgende Varianten verbreitet:
| Bauart | Öffnungsart | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Kippfenster / Klappfenster | Flügel kippt nach innen, oft unten angeschlagen | Lüften in Lagerräumen, Heizungsraum, Waschkeller |
| Dreh-Kipp-Fenster | Drehen und Kippen nach innen | Wohnlich genutzte Kellerräume, Büro, Hobbyraum |
| Schiebefenster | Flügel gleitet seitlich | Wenig Platz vor dem Fenster, etwa im Lichtschacht |
| Festverglasung | Nicht zu öffnen | Zusätzliche Belichtung, wenn anderweitig gelüftet wird |
Wenn vor dem Fenster wenig Platz bleibt, kann ein Schiebefenster: Bauarten und Einsatzbereiche eine Alternative zum nach innen öffnenden Flügel sein. Als Rahmenmaterial kommen Kunststoff, Holz und Aluminium vor; im Keller zählt vor allem, dass der Rahmen Feuchte verträgt.
Wofür braucht ein Kellerfenster einen Lichtschacht?
Liegt die Fensteröffnung unter der Geländeoberfläche, sorgt ein Lichtschacht dafür, dass Tageslicht in den Raum fällt und das Erdreich nicht direkt am Fenster anliegt. Lichtschächte bestehen häufig aus Kunststoff oder Beton und werden mit einem Rost abgedeckt. Wichtig sind drei Punkte:
- Entwässerung: Regenwasser und Laub müssen ablaufen können, sonst staut sich Wasser vor dem Fenster. Eine Ableitung in die Drainage oder ein Sickerbett ist üblich.
- Anschluss an die Abdichtung: Der Lichtschacht muss an die Außenabdichtung der Kellerwand angeschlossen sein. Hier entstehen in der Praxis häufig Feuchteschäden.
- Abdeckung: Ein Gitterrost schützt vor Hineinfallen, ein fester Aufsatz hält zusätzlich Laub und Kleintiere fern. Rost und Aufsatz sollten sich gegen Aushebeln sichern lassen.
Welche Maße und Vorgaben gelten?
Bauordnungsrecht ist Ländersache. Die folgenden Eckdaten zeigen die Größenordnung; verbindlich ist die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes.
| Thema | Wert | Quelle und Stand |
|---|---|---|
| Fensterfläche bei Aufenthaltsräumen im Keller | Rohbaumaß mindestens ein Achtel der Netto-Grundfläche des Raumes (Baden-Württemberg: ein Zehntel) | § 47 Musterbauordnung und Landesbauordnungen, Stand der Prüfung: Oktober 2026 |
| Rettungsfenster | Lichte Öffnung mindestens 0,90 m × 1,20 m, Unterkante höchstens 1,20 m über Fußboden | Landesbauordnungen, z. B. NRW und Berlin, Stand der Prüfung: Oktober 2026 |
| Fenstertausch im Bestand | Uw höchstens 1,3 W/(m²·K) beim Ersatz eines ganzen Fensters; Ug höchstens 1,1 W/(m²·K) beim reinen Glastausch | Gebäudeenergiegesetz (GEG), Anlage 7, Stand der Prüfung: Oktober 2026 |
Die GEG-Werte gelten für Bauteile, die beheizte Räume begrenzen. Ob und wie sie auf ein Fenster in einem unbeheizten Keller anzuwenden sind, hängt vom Einzelfall ab. Fragen Sie vor dem Austausch bei Energieberatung oder Bauamt nach.
Wann lohnt sich der Austausch eines Kellerfensters?
Ein Austausch kommt in Betracht, wenn der Rahmen verzogen oder morsch ist, die Dichtungen spröde sind, das Glas beschlagen oder undicht ist oder der Raum künftig wohnlich genutzt werden soll. Bei Kellerfenstern spielt zusätzlich Feuchte eine Rolle. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass sich Schimmelpilze schon ab einer relativen Luftfeuchte von etwa 80 Prozent an der Oberfläche bilden können. Kalte Fensterflächen und Laibungen im Keller sind dafür besonders anfällig. Ein dichter, gedämmter Einbau und regelmäßiges, kurzes Stoßlüften helfen, Kondenswasser zu vermeiden. Lüften Sie im Sommer eher nachts oder morgens, weil warme, feuchte Außenluft sich sonst an kalten Kellerwänden niederschlägt.
Kellerfenster austauschen: Ablauf in Schritten
- Zustand prüfen: Rahmen, Dichtung, Verglasung, Lichtschacht und Mauerwerk auf Feuchte, Risse und Frostschäden ansehen.
- Maße aufnehmen: Breite und Höhe der Maueröffnung an mehreren Stellen messen, außerdem Mauertiefe, Anschlag und Öffnungsrichtung festhalten.
- Anforderungen klären: Raumnutzung, Rettungsweg, Einbruchschutz und Dämmwert festlegen.
- Altes Fenster ausbauen: Flügel aushängen, Rahmen lösen und Laibung von Resten befreien. Dabei Glas sichern, es kann splittern.
- Neues Fenster einsetzen: Rahmen ausrichten, mit Montagematerial befestigen, innen luftdicht und außen schlagregendicht abdichten.
- Laibung und Lichtschacht herrichten: Anschlüsse nachziehen, Entwässerung kontrollieren, Rost wieder aufsetzen.
- Funktion prüfen: Öffnen, Schließen, Kippstellung und Dichtigkeit kontrollieren.
Selbst machen oder Fachbetrieb?
| Aufgabe | Selbst machen | Fachbetrieb |
|---|---|---|
| Dichtung wechseln, Beschläge nachstellen | In der Regel gut machbar | Bei Verzug oder Schäden am Rahmen |
| Kleines Fenster in intakter Laibung ersetzen | Mit Erfahrung möglich | Empfehlenswert bei Anforderungen an Dämmung und Dichtheit |
| Rettungsfenster oder Vergrößerung der Öffnung | Nicht empfehlenswert | Ja, wegen Statik und Bauordnungsrecht |
| Lichtschacht anschließen oder abdichten | Nur einfache Arbeiten | Ja, wenn die Kellerabdichtung betroffen ist |
| Feuchte- oder Schimmelschäden im Mauerwerk | Nein | Ja, mit Ursachenklärung |
Einbruchschutz und Lüftung im Keller
Kellerfenster liegen bodennah und sind von der Straße oft schlecht einsehbar. Verschließbare Fenstergriffe, ein stabiler Rost über dem Lichtschacht und ein Beschlag mit zusätzlichen Verriegelungspunkten erschweren das Aufhebeln. Eine fachliche Beratung zu geprüften Bauteilen bieten die Beratungsstellen der Polizei an. Für die Lüftung gilt: Kippfenster lassen sich im Keller dauerhaft offen lassen, führen im Sommer aber leicht zu Kondenswasser. Eine kontrollierte Lüftung oder gezieltes Stoßlüften ist meist die bessere Wahl.
Häufige Fragen zu Kellerfenstern
Brauche ich für jedes Kellerfenster eine Genehmigung?
Ein reiner Austausch im gleichen Maß ist in vielen Bundesländern genehmigungsfrei. Wird die Öffnung vergrößert oder verändert sich die Außenansicht, kann eine Genehmigung nötig sein. Fragen Sie beim zuständigen Bauamt nach.
Wie groß muss ein Kellerfenster als Rettungsweg sein?
Die Landesbauordnungen nennen für Rettungsfenster häufig eine lichte Öffnung von mindestens 0,90 m × 1,20 m und eine Unterkante von höchstens 1,20 m über dem Fußboden. Prüfen Sie die Regelung Ihres Bundeslandes.
Warum beschlägt mein Kellerfenster?
Kalte Oberflächen kühlen die Raumluft ab, bis Feuchte kondensiert. Ursachen sind eine hohe Luftfeuchte, fehlende Dämmung der Laibung oder zu wenig Luftaustausch.
Kann ich ein Kellerfenster nachträglich mit Einbruchschutz ausstatten?
Ja, zum Beispiel mit abschließbaren Griffen, Zusatzsicherungen oder einem gesicherten Lichtschachtrost. Welche Bauteile geeignet sind, klären Sie am besten mit einer polizeilichen Beratungsstelle.
Welches Rahmenmaterial passt in den Keller?
Kunststoff und Aluminium nehmen Feuchte kaum auf. Holz ist möglich, braucht aber guten Feuchteschutz und regelmäßige Pflege.
Hinweis, Stand 28.10.2026: Die Angaben ersetzen keine Fachplanung. Baurecht und Förderbedingungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Gebäude. Arbeiten an Glas, Beschlägen und Mauerwerk bergen Verletzungsrisiken; im Zweifel beauftragen Sie einen Fachbetrieb.
